Hanna Surma/Dr. Andrea Seier: Medien und (Selbst-)Führung. Aktuelle Lifestyle-Formate im Fernsehen

Die deutsche Fernsehlandschaft weist gegenwärtig einen neuen Sendetypus auf, der sich unter dem Stichwort „Lifestyle-TV“ subsumieren lässt. Benannt ist damit eine spezifische Ausdiffe-renzierung des seit den 1990er Jahren im europäischen und amerikanischen Fernsehen auf-kommenden Reality-TV, das seine Vorläufer sowohl in Printmedien (Zeitschriften, Ratgeber-Literatur) als auch im filmischen und vor allem fernsehspezifischen Dokumentarismus hat: Kochen und Heimwerken, Dekorieren und Putzen, Gartenarbeit und Kindererziehung, Mode und Partnerwahl, d.h. bislang als privat konnotierte und feminisierte Bereiche der „Sorge um sich“ (Foucault) werden seit einiger Zeit mit je eigenen Formaten und Inszenierungsstrategien im Fernsehen thematisiert. Auf der Basis der Arbeiten Michel Foucaults, in deren Zentrum die Verklammerung gesellschaftlicher Machtformationen, Wissensformen und Selbsttechnologien steht, untersucht der Beitrag den Zusammenhang von Medien- und Selbsttechnologien anhand aktueller Programme. Notwendig wird dabei, Foucaults Arbeiten im Hinblick auf medienspezifische Fragestellungen zu spezifizieren, etwa um den besonderen Stellenwert von Medien im Kontext von Selbsttechnologien präzisieren zu können.

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